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22. Jul 2017 20

Röhrl: 'Im Oldtimer bin ich das Entscheidende'

Der zweifache Rallye-Weltmeister im Interview über moderne und alte Autos, sowie die aktuellen World Rallye Cars.
Gleichmäßigkeitsveranstaltungen sind normalerweise nicht dein gewohntes Umfeld…
„Ich fahr das halt einfach runter, so wie sich das gehört. Dann ist das auch keine Belastung. Aber ich probiere schon einigermaßen, auf Gleichmäßigkeit und meinen 60er dahinzufahren. Weil das immer peinlich ist, wenn man alle überholen muss, da fahre ich eher mit der Herde. Ansonsten sind das Wichtigste das Auto und die Landschaft.“
Was ist eigentlich das Besondere für dich bei einem Oldtimer? Wenn man bedenkt, dass du auch Porsche-Testfahrer bist und mit den brandneuen Modellen den Grenzbereich ertastest…
„Wenn du im 365er fährst, hast du einfach das Gefühl, dass du ein Teil des Autos bist. Der GT3, der fährt immer gut, da wirst du auch eher gefahren. Aber im 365er bin ich noch der entscheidende Punkt, wenn ich mal schneller unterwegs bin, dass ich sauber ums Eck komme. Außerdem kann man mit dem Oldtimer auf der öffentlichen Straße in einem Bereich Spaß haben, wo man nur mit einem Fuß im Gefängnis bin. Mit dem modernen Auto wäre man mit beiden Füßen drin, das ist das Problem dabei.“
Ein großer Freund der alten World Rallye Cars warst du ja bekanntlich nicht – was hältst du denn von der neuen Generation? Hast du diese auch schon live gesehen?
„Am Wochenende bin ich eine Rallye in Luxemburg gefahren. Da waren zwei Neue (WRCs; Anmerkund d. Red.) und sieben R5-Autos. Das Entscheidende sind da die Fahrwerke, wie die ums Eck biegen, ist unbegreiflich. Das ist fast so, wie sich jemand umstellen muss, der noch nie ein Auto mit Abtrieb gefahren ist. Auch die ganze Entwicklung der Reifen ist brutal. Wir haben bei dieser Rallye natürlich auch mitgestoppt. Mit dem alten Auto bist du da in einer anderen Welt. Ich bin aber so schnell gefahren, dass die Zuschauer gemeint haben, ich bin mindestens so schnell wie die modernen Autos, aber die Zeiten konnten wir nicht veröffentlichen… Der Nachteil ist, dass mit dem modernen Auto jeder schnell fahren kann. Das war früher nicht so, da war es leichter für den Guten, zu gewinnen. Der Ogier ist für mich ein armer Kerl. Der hat’s schwer, weil die alle schnell fahren können.“
In Sachen Sound und Optik hat sich aber einiges getan. Ist das für dich besser geworden?
„Das ist schon besser geworden. Aber als Laie kennst du die Autos nicht mehr auseinander. Du weißt nicht mehr, ob das ein Polo oder ein Fiesta ist. Aber nun haben sie einen guten Sound und das geht auch saumäßig gut. Ich denke, das war schon der richtige Weg, dass man da noch ein bisschen Leistung nachgelegt hat.“
Findest du es sinnvoll, dass man ein teures WRC in einer nationalen Meisterschaft – wie zum Beispiel in Österreich - einsetzt? Wäre da nicht ein R5 besser?
„Die sind generell zu teuer. Das ist doch ein Wahnsinn, wenn sich das bald nicht einmal mehr ein Werk leisten kann. Das ist der verkehrte Weg. Um den Sport am Leben zu halten, muss das möglichst simpel sein. Bei uns früher, bist du mit dem Auto am Montag dann wieder in die Arbeit gefahren. Diese ganze Elektronik muss nicht sein. Der Zuschauer hat doch genauso viel Spaß an meinem 73er Porsche RSR. Das klingt gut, fliegt ums Eck, dass nur so die Fetzen fliegen. Ich bin als Vorausauto gefahren, aber viele haben gesagt, sie hätten nach mir gehen können, weil das eben nix mehr ist.“
Was würdest du machen, wenn man dir das Regelbuch in die Hand drückt und du beliebig Sachen streichen oder auch hinzufügen könntest?
„Ich würde mal versuchen, dass ich weitgehend alle Elektronik entferne. Elektronische Differentiale sind nix, da muss ein Mechanisches her. Ein Turbo ist sicherlich ganz gut. Ein Sauger mit viel Leistung wäre zu aufwendig, da ist der Turbo-Motor billiger. Ansonsten würde ich bei Fahrwerk und Bremsen nichts Elektronisches zulassen. Die sollen ein Einheitsfahrwerk nehmen und die Sache hat sich. Ich bin der Meinung, dass man ein Getriebe, wenn wir vom Auto fahren sprechen, selbst schalten muss. Da muss man beim Bremsen Zwischengas geben. Sonst wirst du eben nur gefahren. Das ist auch das Schöne bei meinem Auto für die Ennstal-Classic. Wenn du eben bremst, Zwischengas gibst und zurückschaltest, ist das harmonisch und weich – so wie es eben sein muss.“
Text und Bild: Ennstal Classic GmbH.
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